Joe Hill King Sorrow 2
King Sorrow II
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»King Sorrow II« (King Sorrow 2) von Joe Hill
Jedes Jahr zu Ostern fordert King Sorrow weitere Opfer. Und das seit nun mehr über zwanzig Jahren. Und jedes Jahr fällt es der Gruppe leichter, die Opfer zu benennen. Doch jetzt sind sie ins Visier des Staates geraten. Eine geheime Organisation hat erkannt, wie wertvoll es sein kann, so eine Macht in Händen zu halten und entführen Donna und Donovan McBride. Doch keinem ist klar, welches Ungeheuer wirklich geweckt worden ist!
Das Cover ist wieder denkbar einfach gehalten. Drachenschuppen, die sich aus purer Dunkelheit ins Licht drängen. Mehr zu erahnen, als wirklich zu sehen. Diesmal schimmern sie grünlich und wechseln in einen Blauton. Es passt hervorragend zu Band eins und zeigt die Zugehörigkeit an.
Ich hätte nie damit gerechnet, dass mich die Fortsetzung von King Sorrow dermaßen packen und fesseln könnte! Joe Hill schreibt mit einer unbändigen Kraft, einer Urgewalt und eines Einfallsreichtums, der mich einfach mit gerissen hat! Und ja, auch überrascht hat! Teil eins fand ich stellenweise etwas langatmig. Die Fortsetzung kennt dies überhaupt nicht! Schon zu Beginn des Buches war ich richtig gehend geflasht von der Entwicklung, die das Buch plötzlich nahm: Temporeich, voller Action, wandelbar, unvorhersehbar und immer wieder entwickelten sich die Geschehnisse anders, als ich gedacht hätte! Auch wenn ich mir das Ende so in etwa gewünscht habe, war der Weg bis dahin bei weitem alles andere als vorhersehbar. Joe Hill überraschte mich ein ums andere Mal.
Vielleicht lag es an den sehr kurzen Kapiteln und des oft wechselnden Erzählstrangs, ich weiß es nicht. Allerdings weiß ich mit Sicherheit, dass ich mich nur allzu gerne in die morbide Welt von King Sorrow entführe ließ.
Ist es überhaupt King Sorrows Welt? In den Lesepausen war ich mir sehr sicher, dass alles einer Art Massenhysterie entsprungen ist. Und dann dachte ich, dass doch etwas aus der Dunkelheit in unsere Welt entkommen ist. Jedes Knacken war plötzlich unheimlich und ein Schauer rann mir den Rücken hinunter. Ich liebe Bücher, die so eine starke Reaktion in mir hervorrufen können!
Neben der eigentlichen Handlung wird das Buch meiner Ansicht nach von den Protagonisten getragen. Jeder der Freunde ist absolut einzigartig und keiner von ihnen dürfte in dem Gespinst fehlen. Sie hängen wie Pech und Schwefel aneinander und sind auch genauso giftig. Die anfänglich gute Freundschaft unter ihnen wird immer toxischer. Der Geschmack der Macht, der Missgunst und die Qual der Schuld hat ihre Stacheln tief in das Fleisch der Freunde gebohrt. Reich, arm, klug, unterprivilegiert, Täter, Opfer, Entscheider. Alles klar definierte Begriffe, die Joe Hill ganz selbstverständlich umzudrehen weiß. Ich war und bin völlig fasziniert.
Mein Fazit
Keine Ahnung, ob es kluge Horror-Romane gibt. King Sorrow würde ich darunter zählen! Durchdachte Bösartigkeit trifft Naivität. Irgendwie so.
Eins ist klar: Absolut lesenswert!